Jaunpass – Hundsrügg – Saanenmöser, Sonntag, 16. September 2018: Von trügerischen Idyllen, Verführungen am Wegrand, ungestümer Baumkletterei und einem ausserordentlich öden Bahnhof

Ausgangspunkt Jaunpass: Die Idylle trügt. «Hundsrügg 2 h 10 min» stand auf dem Wegweiser, doch der Nichtwanderleiter gab gleich von Anfang an den Tarif durch: Gerastet werde erst oben auf dem Gipfel. Cornelia eilte flugs zum Kiosk, um sich mit einem Gipfeli zu wappnen.

Viel Aussicht gab es heute, sogar nach hinten: Wenn man sich umdrehte, überblickte man den von der Stockhornkette flankierten unteren Teil des Simmentals.

Weit oben, aber noch nicht ganz: Die Aaaronauten sind auf dem Rücken des Hügelzugs angekommen und haben den Hundsrügg-Gipfel im Rücken. Einige von ihnen haben versucht, sich in koreanischer Manier während des In-die-Luft-Hüpfens zu fotografieren, und sind deshalb noch damit beschäftigt, ihre Gesichtszüge zu entspannen.

Langsam rückt das Ziel in Griffweite: Der höchste Punkt des Hundsrüggs scheint nicht mehr fern. Doch dann bahnt sich Ablenkung an, so dass manche Mitglieder des Trüppchens ihre Zielstrebigkeit einbüssen.

Das Verhängnis am Wegrand war saftig und süss: Heidelbeerstauden säumten und lähmten den Aufstieg zum Hundsrügg-Gipfel.

Selbstfindung am Horizont: Im zweiten Gipfel von links (dem Dent de Ruth) vermeinte Ruth einen Teil ihrer selbst zu erkennen. Ob sie etymologisch auf der richtigen Spur war, bleibe dahingestellt. Als wir später an die Simne kamen (wie das winzige Bächlein heisst, das später mit anderen Rinnsalen zur Simme zusammenfliesst), begann sie gar zu mutmassen, da sei einfach ein Buchstabe verloren gegangen – es müsste eigentlich Simone heissen.

Einer hatte mit den insgesamt 680 m Aufstieg nicht genug: Efrem setzte bei einer alten Wettertanne noch vier Meter obendrauf.

Weil kein exakter Marschplan existierte, kam das Aaronauten-Expeditionskorps in den Genuss von fünfzig Minuten Bahnhof Saanenmöser. Es hat dort nicht viel. Ein Käsekessi aus Kupfer, das als Brunnen dient (in Betrieb), einen Laden mit der Aufschrift «7 Tage offen» (geschlossen), davor eine Tiefkühltruhe mit bombastischem Sortiment (ebenfalls verriegelt), einen Selecta-Automaten. Wir sassen also da und schauten die Fahrleitung an.