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Nirgendwo und überall

Auch ein Aaresponsor: Der Loorenbach. © Sigi

Der 18. August 2019 brachte perfektes Wanderwetter mit viel Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen – und mich aufs Krankenlager. Von dort konnte ich immerhin die kreativen Ersatzrouten verfolgen, die vom wanderlustigen Aaronauten-Team stattdessen eingeschlagen wurden. Zwei davon sollen nachstehend rapportiert werden.

Cornelia hatte entschieden, die vorgeschlagene Tour im Einzugsgebiet der Reuss trotzdem zu unternehmen. Ihr Bericht: «Ich sagte mir ‹selbst ist die Frau› und machte mich allein auf den Weg zum Gätterlipass. Unterwegs merkte ich, dass man ohne Nichtwanderleiter und Smartphone leicht vom rechten Weg abkommen kann. Es hat dann aber alles bestens geklappt, und die Maîtresse du Sandwich hatte das Timing so gut im Griff, dass sie trotz (oder wegen) einer Gruppe schlapper Teenies, die den schmalen Weg blockierten, Punkt zwölf Uhr auf dem Gätterlipass die Mittagsrast ausrufen konnte.»

Sigi hingegen, der kürzlich scheint’s mit 56 (!) Zügelkisten von Zürich nach Zürich umgezogen ist, also in eine Stadt, in der man sich dem Risiko des Abenteuers nicht so freimütig aussetzt wie anderswo, mochte keine Fernreise auf sich nehmen und erkundete die nähere Wildnis: «Also die Option Loorenkopf, eines der grössten Aare-Einzugsgebiete Europas», wie er in einer üppig illustrierten WhatsApp-Timeline darlegte. Die Tour führte ihn bis auf beinahe 700 m, was in Zürich bereits als Todeszone gelte. Zu den Höhepunkten zählte der Unerschrockene das Delta des Elefantenbaches, «Auffangbecken des Loire- äh Looren- und Degenriedbaches und vieler weiteren aarespendenden Gewässer».

Auch den Zürich- und den Greifensee bekam er zu Gesicht, zumindest aus der Ferne, was ihn dazu ermunterte, beide Gewässer als «Aaresponsoren» zu attribuieren. Die Expedition muss offenbar geradezu dramatische Dimensionen erreicht haben. Gegen Abend trieb ihn jedenfalls nur noch eine Frage um: «Schaffe ich es bis zum Einbruch der Dunkelheit aus dieser klondike-ähnlichen einsamen Wildnis?» Er sollte es knapp überstehen und gelobte eine Fortsetzung: «Wie der Elefantenbach beim Zusammenfluss zum reissenden Strom wird und dann als mächtiges Aare-Nebengewässer ännet der Seestrasse gleich neben der Porsche-Garage den Zürisee aufmischt, ein andermal!»