Bergtour auf das Sidelhorn, runtergucken auf den Oberaargletscher: So war der Plan, und er wurde erfolgreich umgesetzt an diesem 21. Oktober 2018. Doch unterwegs setzten den Aaronauten gleissende Sonne, eisige Kälte und ein brutaler Biswind heftig zu.
Schon im Voraus hatte sich abgezeichnet, dass die Wanderung auf den bisher höchsten Punkt der Expeditionen im Land der Aare kein Honiglecken würde. Ich hatte mich daher darauf gefasst gemacht, allein unterwegs zu sein.
Doch in Meiringen sass tatsächlich Er im Postauto auf die Grimsel, dessen Name zu erwähnen mittlerweile verpönt ist, weil manche Leute ihn für ein Phantom halten. Genau diese Leute werden mit Fug und Recht weiterhin an seiner Existenz zweifeln, da ja diesmal nicht er fehlte, sondern sie selbst, wodurch sie seine Anwesenheit verpassten.
Der Kern des Aare-Geschehens im Überblick: Links der Oberaargletscher, rechts der Unteraargletscher, in summa der Ursprung der Aare.
So sehen die Fundamente wahrer Wanderhelden aus: Beide Aaronauten traten die Tour auf das Sidelhorn mit funkelnagelneuen, noch nie getragenen Wanderschuhen an. Wer das stümperhaft findet, möge zur Kenntnis nehmen, dass im Verlauf der Wanderung keinerlei Blasen auftraten.
Fertig Sommer, endgültig. Im Aufstieg kamen wir an einem Tümpel vorbei, der sich in der Nacht angeschickt hatte, oberflächlich zuzufrieren. Sein Werk hatte er allerdings nur unvollständig verrichtet.
Mit giftblauem Dopingtrunk geht einfach vieles deutlich besser: «Mountainblast» verlieh Sigi Flügel. Standbild aus einem Werbefilm, den wir während des Aufstiegs zu drehen beabsichtigten.
Die Aussicht vom Sidelhorn ist nicht übel. Hier der weniger spektakuläre Teil des Panoramas Richtung Süden. Hinter den höchsten Gipfeln liegt das Land, wo die Zitronen blühen.
Geschafft! Von hier oben hatten wir den perfekten Überblick auf die Gletscher und Seen, die den Ursprung der Aare bilden.
Im Abstieg war’s anfänglich sehr gemütlich, doch dann begann ein eisiger Wind zu toben. Aaronaut (Mitte) kämpft titanisch gegen das Wüten (nicht sichtbar) der Elemente.
Grimselpass, wir kommen! Im Kampf gegen die mörderische Bise stockten unsere Schritte immer wieder. Schliesslich sahen wir das Postauto von Gletsch herauffahren. Es war der letzte Kurs nicht nur des Tages, sondern des ganzen Jahres. Wenn wir auf die nächste Fahrt hätten ausweichen wollen, dann wären wir gezwungen gewesen, uns hier oben rund sieben Monate zu gedulden. Mangels Lust auf diese Perspektive beeilten wir uns und verschoben den geplanten Regelbruch (Beiz, Bier) nach Meiringen.