Zum Inhalt springen

Das Ex-Unheimlichste


Hinweis: Hier geht es nicht um Luxusmode, sondern um Geschichte. Prada ist zwar ein italienischer Modefabrikant, aber auch ein Dorf oberhalb von Bellinzona. Oder besser gesagt war es das einmal. Heute zeugen nur noch Ruinen davon, dass dort bis im 17. Jahrhundert Menschen lebten.

Strubes Hudelwetter war vorhergesagt für (fast) die ganze Schweiz. Einzig das Tessin sollte vom Wintersturm verschont bleiben und einige Sonnenstrahlen abbekommen. Also machten wir uns auf, um die von Bäumen überwachsenen Mauerreste von Prada zu besichtigen. Man konnte das Dorf bis vor wenigen Jahren noch füglich als einen der unheimlichsten Orte der Schweiz bezeichnen.

Uns bot sich allerdings ein überraschend andersartiger Anblick. Statt einer düsteren, gespenstischen Atmosphäre im Wald von Bellinzona erwartete uns eine adrette Baustelle. Prada war in die Fänge einer Stiftung geraten, die sich zum Ziel gesetzt hat, das vor 400 Jahren wahrscheinlich aufgrund einer Pest-Epidemie aufgegebene Dorf zu «erhalten» und ihm «Würde» und «mehr Sichtbarkeit» zu geben. Man hat bereits eine radikale Waldräumung vorgenommen und die Restaurierung ausgewählter Gebäude in die Wege geleitet. Angestrebt wird nun eine Art Freilichtmuseum, juchhe!